Letterpress Danke

Letterpress – Handwerkskunst, die mit sicht- und fühlbaren Effekten verzaubert

Letterpress – das bereits jahrhundertealte Druckverfahren auf teilweise alten Druckmaschinen macht Papier und Karton zu einem besonderen Erlebnis: Liebevoll und individuell gestaltete Designs werden durch ihre „Prägung“ in das Papier besonders hochwertig und das Gedruckte fühl- und sichtbar gemacht.

Was genau ist eigentlich Letterpress?

Das Letterpress-Druckverfahren (auch Boston-Style genannt) entspricht im Grunde dem traditionellen Buchdruck, der von Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert entwickelt wurde. Die Druckmaschinen haben sich seitdem zwar weiterentwickelt, doch das damalige Drucksystem ist nach wie vor im Einsatz – so haben unsere Maschinen teilweise bereits ein beachtliches Alter.

Während früher das „Einprägen” des Druckklischees in das Papier möglichst vermieden wurde, ist genau dieser Effekt heute erwünscht. Mit viel Druck wird das eingefärbte Druckklischee in das Papier oder den Karton gepresst und hinterlässt neben dem farbigen Druckbild eine reliefartige Vertiefung.

Letterpress steht für echte Handarbeit. Jede Farbe wird individuell von Hand gemischt. Ist ein Design fertig, wird für jede Farbe ein Film bzw. eine Druckplatte/-Klischee erstellt. Das bedeutet, dass für jede Farbe ein eigener Druckdurchgang notwendig ist. Der gesamte Druckprozess ist daher sehr arbeits- und zeitintensiv.

Durch die Handarbeit wird jede Karte zu einem Unikat. Farbauftrag und Motiv-Position können geringfügig variieren. Gerade diese minimalen Unterschiede verleihen jeder einzelnen Karte eine ganz persönliche Note.

Wie funktioniert Letterpress?

1. Erstellung des Designs bzw. der Druckvorlage
2. Herstellung von Film & Druckplatte/-Klischee
3. Papierauswahl
4. Farbe(n) mischen
5. Druckvorgang – je nach Vorlage mehrere Durchgänge
6. Trockenzeit und Endbeschnitt
7. Farbschnitt – optional
1. Erstellung des Designs bzw. der Druckvorlage

Während die Druckvorlagen früher in erster Linie im Bleisatz erstellt wurden, gestalten wir die meisten Designs heute direkt am Computer. Besonders geeignet sind vektorbasierte Layouts. Generell gilt: weniger ist mehr!

Letterpress hat aber – wie jedes andere Druckverfahren auch – gewisse Einschränkungen.

  • Es sind keine Bilder, Schattierungen oder Farbabstufungen möglich. Es kann nur in Volltonfarbe(n) – z. B. Pantone oder HKS – gedruckt werden.
  • Sehr große farbige Flächen sollten vermieden werden. Der Farbauftrag wirkt unruhig (wolkig) und die Papierstruktur ist deutlich sichtbar. Das kann einerseits ein gewünschter Effekt sein, ist aber in jedem Fall eine Frage des Geschmacks.
  • Es empfiehlt sich keine Linien unter 0,5 pt und keine Schriftgrößen unter 7 pt zu verwenden.
Letterpress Bleisatz Ahle
2. Herstellung von Film & Druckplatte/-Klischee

Aus den digitalen Daten wird zunächst ein Film belichtet und dann ein sogenanntes Klischee (Druckplatte) erstellt. Darauf sind alle zu druckenden Elemente erhaben. Deshalb gehört Letterpress auch zu den sogenannten Hochdruck-Verfahren.

Letterpress Druckplatte Druckklischee
3. Papierauswahl

Beschaffenheit und Qualität des Papiers spielen beim Letterpress-Verfahren eine große Rolle. Für den Letterpress-Druck werden Papiere mit sehr hohem Baumwollanteil und einer Stärke ab 300 Gramm verwendet. Die weiche Oberfläche wird benötigt, damit das Papier geprägt werden kann. Dadurch entsteht ein sicht- und fühlbares Relief, eine besondere Haptik die nur bei dickeren Papieren zur Geltung kommt. Ob Büttenpapier, Karton, Bierfilz oder mehrlagige Untergründe – der gestalterischen Vielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt.

Letterpress Papier mit hohem Baumwollanteil
4. Farbe(n) mischen

Die Farbe wird händisch mit Hilfe eines Pantone-Fächers angemischt. Dieser Vorgang erfolgt für jede ausgewählte Farbe separat. Generell kann die Farbe in einer Auflage leicht variieren.

Letterpress Pantone Farbe mischen
5. Druckvorgang – je nach Vorlage mehrere Durchgänge

Die Produktion erfolgt mit traditionellen Druckpressen. Die Arbeit an den zum Teil viele Jahre alten Maschinen erfordert Fachwissen und Fingerspitzengefühl. Bevor es zum ersten Druckergebnis kommt, muss die Druckplatte bzw. das -klischee exakt eingerichtet und mit der Position des Papiers abgestimmt werden. Bei jedem Maschinendurchlauf müssen Farbauftrag und Druck individuell reguliert werden.

Je nach Design – abhängig vom Farbaufbau bzw. Umfang des Projekts – kann es hier zu mehreren Druckdurchgängen pro Auftrag kommen.

Letterpress-Druckvorgang auf einem Heidelberger Tiegel
6. Trockenzeit und Endbeschnitt

Die Trocknung ist nach dem Druck ein ganz wesentlicher Faktor, der vor allem in der zeitlichen Planung berücksichtigt werden muss. Es kann schon mal sein, dass je nach Druckvorlage und Farbe 1 – 2 Tage Trocknungszeit eingeplant werden müssen.

Sind die Karten dann soweit trocken, müssen sie nur noch auf ihr endgültiges Format zugeschnitten werden …und dann ist es endlich soweit! Ihr könnt eure fertigen Karten endlich in den Händen halten.

Letterpress Endbeschnitt
7. Farbschnitt – optional

Ein Farbschnitt verleiht auch der dünnsten Seite eines Papiers/Karte das gewisse Etwas. Je dicker das Papier ist, desto besser kommt der Farbschnitt zur Geltung, deshalb wird diese zusätzliche Veredelung gerne effektvoll bei Visitenkarten eingesetzt.

Für den Farbschnitt muss noch eine zusätzliche Trocknungszeit einkalkuliert werden.

Letterpress Visitenkarten mit Farbschnitt

Und wieviel kostet Letterpress?

Der Preis ist generell von mehreren Faktoren abhängig:

Umfang der Drucksorte – einseitig bedruckte, einfarbige Visitenkarten sind natürlich einfacher und schneller herzustellen, als eine Hochzeitseinladung mit Programm- und Antwortkarte. Da jede Drucksache von Hand gemacht wird, bedeuten komplexere Druckerzeugnisse einen höheren Zeit- und Kostenaufwand.

Anzahl der Farben – die Farben werden einzeln gemischt und pro Druckdurchlauf ist nur eine Farbe möglich. Zwei Farben verdoppeln die Druckzeit und es sind auch zwei Druckplatten erforderlich.

Material – hochwertige und außergewöhnliche Papiere haben natürlich ihren Preis.

Auflage – gewisse technische Grundlagen für den Druck, wie die Druckplatte, müssen unabhängig von der Auflage produziert werden – also auch schon ab einem Stück. Papier, Farbe und der zeitliche Aufwand des Druckens sind jedoch von der gewünschten Auflage abhängig.

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