Bevor wir hier tiefer in die Welt der Acrylfarben eintauchen, möchte ich dich kurz mitnehmen an meinen Anfang. Denn meine ersten Versuche hatten ehrlich gesagt wenig mit Acrylfarben für Gelli Print zu tun 😉 Ich habe damals einfach mit Linoldruckfarben gestartet.
Und wenn ich ganz ehrlich bin: Es war nicht die bewusste Entscheidung für das „richtige“ Material – sondern eher pures Unwissen. Ich hatte schlicht keine Ahnung, welche Farben sich eigentlich am besten für Gelli Print eignen. Also habe ich zu dem gegriffen, was gerade da war. Und weißt du was? Genau so beginnen die meisten kreativen Reisen. Nicht perfekt geplant, nicht bis ins Detail durchdacht – sondern einfach mal machen.
👉 Falls du magst, kannst du hier einen Blick auf meinen → allerersten Gelli-Print-Einstieg werfen.
Wenn ich heute darauf zurückblicke, muss ich ein bisschen schmunzeln. Nicht, weil es perfekt war – ganz im Gegenteil. Sondern weil genau dort diese unbeschwerte Experimentierfreude entstanden ist, die ich beim Gelli Print bis heute so liebe. Und genau an diesem Punkt kommen dann irgendwann die Acrylfarben ins Spiel.
Meine liebsten Acrylfarben für Gelli Print
Wenn du mit Gelli Print starten möchtest, kommt früher oder später genau diese Frage: Welche Farben soll ich eigentlich verwenden?
Und ganz ehrlich? Ich kann dich beruhigen: Du brauchst keine komplizierte Ausstattung, um loszulegen. Aber – und das ist die gute Nachricht – die richtigen Farben machen dir das Leben (und das Drucken) um einiges leichter. Ich selbst arbeite seit Jahren am liebsten mit Acrylfarben für Gelli Print. Und das aus gutem Grund.
👉 Wenn du einen genaueren Blick auf meine persönlichen Lieblingsfarben werfen möchtest, habe ich dir hier schon einmal einen eigenen Beitrag dazu geschrieben → Hier geht’s zu meinen liebsten Acrylfarben für Gelli Print

Warum Acrylfarben perfekt für Gelli Print sind
Acrylfarben sind so ein bisschen wie die „Allrounder“ unter den Druckfarben. Sie sind unkompliziert, vielseitig und verzeihen auch kleine Experimente – und davon gibt’s beim Gelli Print ja einige 😉
Das macht Acrylfarben so ideal:
- Sie trocknen relativ schnell
(mit einer kleinen, spannenden Ausnahme – dazu gleich mehr 😉) - Du kannst mehrere Schichten übereinander drucken
- Die Farben sind intensiv und gut deckend
- Und: Sie funktionieren auf ganz unterschiedlichen Papieren
Gerade wenn du einfach mal ausprobieren möchtest, ohne dich gleich in Technik-Details zu verlieren, sind Acrylfarben perfekt.
Ich werde oft gefragt, welche Farben ich konkret verwende. Hier kommen meine persönlichen Favoriten – alle erprobt, alle geliebt:
1. Amsterdam Acrylic Standard Series
Das sind meine absoluten „Alltagshelden“. Sie haben eine schöne Konsistenz, sind gut leistbar und lassen sich wunderbar verarbeiten. Perfekt, wenn du gerade erst startest oder einfach unkompliziert drucken möchtest.
2. Liquitex Acrylfarben
Für mich persönlich sind sie den Amsterdam-Farben ziemlich ähnlich. Sie lassen sich genauso gut verarbeiten und funktionieren auf der Gelli-Platte wunderbar. Ich nutze sie gerne ergänzend – vor allem wegen einzelner Farbtöne, die ich bei Amsterdam so nicht finde.
3. Golden Open Acrylfarben
Und jetzt kommt ein kleiner Gamechanger: Diese Farben trocknen deutlich langsamer als klassische Acrylfarben. Das bedeutet für dich:
- Du hast mehr Zeit
- Du kannst länger auf der Gelli-Platte arbeiten
- Und feine Strukturen (z. B. mit Blättern oder Gräsern) gelingen oft noch besser
Gerade wenn du manchmal das Gefühl hast „Oh, jetzt muss ich schnell sein!“ – dann könnten diese Farben genau dein Ding sein.


Vielleicht denkst du dir jetzt: Ist doch alles Acrylfarbe – was soll da so anders sein? Und ja… auf den ersten Blick stimmt das. Aber beim Drucken merkst du sehr schnell:
- Manche Farben sind cremiger
- Manche trocknen schneller
- Manche „ziehen“ schöner vom Papier ab
- Und: Manche sind deckend – andere eher transparent
Und genau dieser letzte Punkt wird oft unterschätzt.
Transparenz – der Gamechanger beim Gelli Print
Acrylfarben sind nämlich nicht alle gleich „dicht“.
Es gibt:
- deckende Farben → sie überdecken, was darunter liegt
- halbtransparente Farben → lassen noch etwas durchscheinen
- transparente Farben → wirken fast wie ein Schleier über der darunterliegenden Schicht
Und genau das macht beim Gelli Print einen riesigen Unterschied.
Denn beim Gelli Print arbeitest du meist in Schichten.
👉 Mit deckenden Farben kannst du Flächen bewusst überlagern oder „ruhiger“ gestalten
👉 Mit transparenten Farben entstehen diese wunderschönen, lebendigen Tiefen, wo mehrere Schichten durchscheinen
Das ist oft genau der Moment, wo ein Druck plötzlich spannend wird ✨
Woran erkennst du die Transparenz?
Die meisten Hersteller (z. B. Amsterdam, Liquitex oder Golden) geben dir direkt auf der Tube einen Hinweis:
- ■ = deckend
- ◧ oder halb ausgefüllt = halbdeckend
- □ = transparent
Die Symbole können je nach Marke leicht variieren, aber das Prinzip ist gleich. Wenn du magst, kannst du beim nächsten Mal einfach bewusst darauf achten – das verändert deinen Blick aufs Drucken sofort.

Mehr als nur Tubenfarben – ein kleiner Blick über den Tellerrand
Vielleicht hast du beim Stöbern schon gemerkt: Acrylfarben gibt es nicht nur in der klassischen Tube. Und keine Sorge – du musst das alles nicht sofort wissen 😉 Aber ich möchte dir trotzdem einen kleinen Einblick geben, was es noch so gibt – einfach, damit du ein Gefühl dafür bekommst:
👉 Klassische Acrylfarben (Tube)
Das ist das, womit du wahrscheinlich startest – und ganz ehrlich: Das reicht auch völlig aus.
👉 Acryl-Sprays
Acrylfarbe in der Spraydose. Damit kannst du spannende Sprenkel, Nebel oder ganz feine Strukturen auf deiner Gelli-Platte erzeugen – super für experimentelle Hintergründe.
👉 Acryl-Tinten (Inks)
Sehr flüssig, fast wie eingefärbtes Wasser. Perfekt, wenn du mit Tropfen, Linien oder ganz zarten Farbschichten arbeiten möchtest.
👉 Acrylmarker
Damit kannst du direkt auf der Platte oder später auf dem Druck zeichnen oder schreiben. Gerade für kleine Details oder Schriftzüge sind sie richtig spannend.
💛 Mein persönlicher Tipp für dich
Wenn du das nächste Mal Farben auswählst, nimm ganz bewusst eine deckende und eine transparente Farbe mit. Und dann spiel damit, schichte sie übereinander, probier aus, was passiert. Denn genau da beginnt dieses kleine Magische am Gelli Print… wenn plötzlich etwas durchscheint, womit du gar nicht gerechnet hast ✨
Geht das auch mit günstigen Acrylfarben?
Jetzt kommt eine Frage, die ich fast jedes Mal höre: „Muss ich wirklich gleich die guten (und oft teureren) Farben kaufen?“ Und meine ehrliche Antwort ist: Nein. Musst du nicht. Du kannst absolut auch mit ganz einfachen, günstigen No-Name-Acrylfarben auf der Gelli-Platte drucken.
Gerade am Anfang – wenn du dich erst einmal mit dem Material vertraut machst – ist das völlig ausreichend. Vielleicht sogar besser, weil du dich dadurch freier fühlst und einfach ausprobieren kannst.
Wo liegt dann der Unterschied?
Es gibt natürlich ein paar Unterschiede – aber keine Sorge, die sind am Anfang wirklich nicht entscheidend 😉
Zum Beispiel:
- Pigmentierung
Hochwertige Farben haben oft mehr Pigmente → die Farben wirken intensiver und leuchtender - Deckkraft & Transparenz
Günstige Farben sind manchmal etwas „unberechenbarer“ – was aber auch spannend sein kann - Konsistenz
Manche sind etwas wässriger oder weniger cremig
Und jetzt kommt das Wichtigste
All diese Unterschiede merkst du mit der Zeit. Aber: Du musst sie nicht von Anfang an „perfekt verstehen“.
Deine Kreativität interessiert sich nämlich herzlich wenig dafür, ob deine Farbe 3 €, 12 € oder 25 € gekostet hat.
Häufig gestellte Fragen zu Acrylfarben für Gelli Print
Vielleicht hast du beim Lesen schon gemerkt: Acrylfarben sind nicht gleich Acrylfarben. Und falls du dir jetzt denkst: „Okay… und was heißt das jetzt für mich?“ – keine Sorge, ich hab dir die wichtigsten Punkte ganz einfach zusammengefasst:
Nein 🙂
Du kannst wunderbar mit günstigeren Farben starten.
👉 Künstlerqualität: intensivere Farben, mehr Pigmente, langlebiger
👉 Studentenqualität: absolut ausreichend für den Einstieg
Für den Anfang zählt vor allem eins: ausprobieren.
Für Gelli Print funktioniert am besten:
👉 mittlere Konsistenz (z. B. Amsterdam, Liquitex)
Zu dick → schwer zu verteilen
Zu flüssig → wird schnell unkontrollierbar
Vielleicht bist du auch schon über Begriffe wie „Heavy Body“ oder „Liquid“ gestolpert:
👉 Heavy Body = eher dickere, pastose Farben
👉 Liquid / Fluid = deutlich flüssigere Farben
Für den Einstieg würde ich dir ganz klar die „Mitte“ empfehlen – also weder zu dick noch zu flüssig.
Aber auch hier gilt: Ausprobieren schlägt Theorie 😉
Ziemlich wichtig – vor allem am Anfang.
👉 Schnell trocknend → gut für zügiges Arbeiten
👉 Langsam trocknend (z. B. Golden Open) → mehr Zeit zum Experimentieren
Wenn du dich oft „zu langsam“ fühlst: Dann sind langsam trocknende Farben ein echter Gamechanger.
Das ist einer der spannendsten Punkte beim Gelli Print:
👉 Deckend → überdeckt darunterliegende Schichten
👉 Transparent → lässt andere Schichten durchscheinen
Und genau daraus entstehen diese lebendigen, vielschichtigen Drucke ✨
Ja, unbedingt!
Du kannst:
- Farben innerhalb einer Marke mischen
- aber auch verschiedene Marken kombinieren
Das ist sogar ein Teil des kreativen Prozesses 💛
Für erste Drucke: nein.
Wenn du später Werke gestalten möchtest, die lange halten sollen (z. B. Bilder an der Wand), dann wird das interessanter. Aber für den Einstieg darfst du das ganz entspannt sehen.
Ganz ehrlich? Nicht die perfekte Farbe. Nicht die richtige Marke. Nicht die Theorie dahinter.
Sondern: 👉 Dass du anfängst. Dass du spielst. Dass du dich traust, Farbe aufs Papier zu bringen. Der Rest kommt ganz von selbst 💛
Fazit: Einfach anfangen statt perfekt planen
Du brauchst keine perfekte Ausstattung. Keine „richtigen“ Farben im Sinne von nur die funktionieren. Was du brauchst, ist ein bisschen Neugier, ein Blatt Papier und die Bereitschaft, dich überraschen zu lassen. Und ganz wichtig: Kopf ausschalten und einfach machen.
Ich sehe das in meinen Workshops immer wieder: Sobald man versucht, ein bestimmtes Ergebnis zu erzwingen, wird es oft schwierig. Dabei lebt Gelli Print genau von dem, was nicht planbar ist. Von den kleinen Überraschungen. Von den Spuren, die einfach entstehen. Und genau darin liegt oft das Schönste 💛
Und vielleicht sitzt du dann irgendwann da, schaust auf deinen fertigen Print und denkst dir einfach: „Okay… damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Aber ich liebe es.“
Alles Liebe ♡ HAPPY PRINTING







