Ich habe viel Kreativmaterial. Sehr viel sogar.
Vermutlich ist mein Atelier – aka Büro – inzwischen besser ausgestattet als so mancher Kreativladen. Papier in allen möglichen Farben und Stärken, unzählige Stifte, Stempel, Acrylfarben, Aquarellfarben und jede Menge Werkzeuge, von denen ich manche wahrscheinlich schon seit Jahren nicht mehr in der Hand hatte.
Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass ich mich ja auch nicht gerade auf eine einzige kreative Technik beschränke. Ich bin eben multikreativ.
Wer Handlettering liebt, braucht schließlich andere Materialien als jemand, der mit der Gelplatte druckt. Und dann wären da noch das Buchbinden, Papierschöpfen und all die anderen Techniken, die ich irgendwann unbedingt ausprobieren musste und einfach liebe.
Da sammelt sich über die Jahre schon einiges an.
Aber brauche ich wirklich noch mehr Kreativmaterial?
Trotzdem passiert es mir immer wieder, dass ich irgendwo ein neues Material entdecke und sofort neugierig werde. Was könnte ich damit machen? Wie fühlt es sich an? Und lässt es sich vielleicht mit einer Technik kombinieren, die ich bereits kenne?
Natürlich brauche ich nicht noch mehr Papier. Und schon gar keine weiteren Farben oder Stifte. Rein theoretisch zumindest. 😉 Aber dann entdecke ich irgendwo einen wunderschönen neuen Grünton, den ich natürlich noch nicht habe. Zumindest nicht exakt diesen.
Denn Grün ist schließlich nicht gleich Grün!
Und wer selbst gerne kreativ ist, weiß vermutlich ganz genau, wovon ich spreche.
Ich liebe eben auch das Material selbst. Die unterschiedlichen Papieroberflächen, die Farben und die vielen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Manchmal reicht schon ein neuer Stift oder ein besonders schönes Stück Papier, damit ich wieder eine Idee habe, die ich unbedingt ausprobieren möchte.
Mein Atelier und seine kleinen Geheimnisse
Und jetzt kommt der Teil, der mir ein bisserl peinlich ist. 😅 Es ist mir nämlich tatsächlich schon passiert, dass ich Kreativmaterial doppelt gekauft habe. Einfach, weil ich vergessen hatte, dass ich es längst besitze.
Und dann gibt es natürlich noch jene Materialien, die ich irgendwann unbedingt haben musste. Die liegen teilweise seit Jahren originalverpackt in irgendeiner Schublade und warten geduldig auf ihren großen Auftritt.
Besonders spannend wird es allerdings, wenn ich mein Atelier aufräume. Da entdecke ich regelmäßig Dinge, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Und freue mich darüber, als hätte ich sie gerade erst gekauft.
Erst vor ein paar Tagen habe ich beispielsweise meinen Kasten nach Aquarellpapier durchforstet. Und ich war ehrlich gesagt ziemlich baff, was ich da alles gefunden habe! Wunderschönes, hochwertiges Aquarellpapier, das ich mir irgendwann vor Jahren gekauft und offenbar längst wieder vergessen hatte. Ich hab mich gefreut wie Weihnachten und Ostern zusammen! Und das Beste daran: Ich musste dafür nicht einmal etwas Neues kaufen.
Im Grunde habe ich also mein eigenes kleines Kreativgeschäft im Atelier. Inklusive Lagerbestand, vergessener Neuware und gelegentlicher Überraschungsfunde. Nur die Inventur scheint ein bisserl zu hinken. 🫣
Vielleicht sollte ich einfach öfter mein Atelier aufräumen, statt neues Kreativmaterial zu kaufen. Das wäre vermutlich auch günstiger. Um also noch einmal auf meine ursprüngliche Frage zurück zu kommen: Ob man eigentlich zu viel Kreativmaterial besitzen kann? Vermutlich schon. Aber ich arbeite noch an dieser Erkenntnis. 😉
Alles Liebe ♡

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