Warum ich ständig Karten gestalte, aber kaum welche verschicke

Warum ich ständig Karten gestalte, aber kaum welche verschicke

Ich gestalte wahnsinnig gerne Karten.

Ich drucke sie, beschrifte sie, beklebe sie und kann mich mit einem kleinen Anhängerkärtchen erstaunlich lange beschäftigen. Ich probiere verschiedene Papiere aus, stemple darauf, hole die Gelli Plate hervor oder denk mir irgendeine andere Variante aus, die ich unbedingt noch ausprobieren will.

Man könnte also meinen, ich wär genau der Mensch, von dem sämtliche Freunde und Familienmitglieder zu jedem Geburtstag eine handgeschriebene Karte bekommen.

Tja … um ehrlich zu sein: Ich verschick so gut wie nie welche. 🫣

Und auch beim Verschenken passiert mir das regelmäßig: Ich hab zwar ein Geschenk (was im Grunde genommen eh viel wichtiger ist), vielleicht sogar hübsch eingepackt, aber die Karte fehlt. Was insofern ein bisserl absurd ist, weil ich vermutlich mehr selbst gestaltete Karten besitze als so mancher kleiner Papierladen.

Rund um Weihnachten wird die Sache übrigens noch ein bisserl absurder. Da gestalte ich mit Begeisterung Weihnachtskarten, Geschenkanhänger und manchmal sogar eigenes Geschenkpapier. Kleiner Haken an der Sache: Wir schenken uns zu Weihnachten eigentlich gar nichts. 😂

Der praktische Nutzen meiner weihnachtlichen Papierproduktion ist also eher überschaubar. Aber offenbar hat mich das bisher auch nicht davon abgehalten.

Gelli Print & Handlettering für Weihnachten
The Circle – Kreative Auszeit vor Weihnachten in Graz

Ein kleiner Auszug meiner Weihnachtsproduktion.

Karten gestalten? Sofort!

Ich weiß gar nicht genau, warum ich Karten so gern mag. Vielleicht liegt’s am Format.

So eine Karte ist einfach überschaubar. Ein kleines Stück Papier, auf dem man was ausprobieren kann, ohne gleich ein riesiges Projekt draus zu machen. Ein paar Drucke mit Pflanzen, ein bisschen Farbe, ein Schriftzug oder irgendein Stück Papier, das noch auf meinem Tisch herumliegt und zufällig perfekt dazu passt. Und schon bin ich beschäftigt. Das geht relativ schnell und braucht nicht allzu viel Zeit.

Besonders gefährlich wird’s bei Anhängerkärtchen. Die sind noch kleiner und damit eigentlich noch schneller gemacht. Ich kann mich aber auch mit einem zehn Zentimeter großen Stück Papier länger beschäftigen, als vernünftig wäre. Aber genau das mag ich daran. Ich kann eine Technik ausprobieren und schauen, was passiert. Gefällt mir eine Farbkombination, mach ich gleich noch eine Karte. Und dann kommt meist die Überlegung, daraus vielleicht gleich eine kleine Serie zu machen…

Schwupps. Wieder vier Karten mehr. 🤣

Glückwunsch-Karten – Gelli Plate Drucke

… und dann kommt der Geburtstag

Eigentlich wär jetzt der große Auftritt meiner liebevoll gestalteten Kartensammlung gekommen. Ich müsste nur eine davon nehmen, ein paar persönliche Worte hineinschreiben und sie verschenken oder in ein Kuvert stecken. Ganz einfach, oder?

Aber aus irgendeinem Grund funktioniert genau dieser letzte Teil bei mir erstaunlich schlecht. Manchmal denk ich zu spät dran. Manchmal hab ich natürlich ausgerechnet für diesen Anlass nicht die passende Karte, was angesichts meines vorhandenen Bestands schon fast eine Kunst für sich ist. Und manchmal scheitere ich schlicht am Schreiben.

Nicht am Handlettering – das wär ja wieder Gestalten. 😉

Ich mein das tatsächliche Schreiben einer Karte. Ein paar persönliche Zeilen formulieren, Adresse drauf und das Ganze dann auch noch rechtzeitig zur Post bringen. Plötzlich scheint Kartenmachen wesentlich unkomplizierter. 🙈

Warum mach ich sie dann überhaupt?

Diese Frage hab ich mir tatsächlich irgendwann gestellt. Wenn ich all diese Karten kaum verschick und nur einen kleinen Teil davon verschenke, warum hab ich dann so eine Freude daran, sie zu gestalten?

Meine ziemlich unspektakuläre Antwort darauf: weil ich sie einfach gerne mache.

Ich brauche offenbar gar keinen Geburtstag, keinen bestimmten Anlass und auch niemanden, dem ich die Karte später gebe. Ich mag kleine Formate, und Papier sowieso. Warum mir dieses Material so viel bedeutet, hab ich dir übrigens schon einmal erzählt → Papier erzählt Geschichten

Am liebsten probier ich unterschiedliche Drucktechniken aus und schau, wie aus einem weißen Stück Papier oder Karton innerhalb kurzer Zeit etwas Eigenes entsteht.

Eigentlich hab ich lange gedacht, eine Karte sollte irgendwann auch verwendet werden. Wär ja grundsätzlich nicht ganz abwegig. Bei mir sind sie aber offenbar einfach kleine kreative Spielflächen. Andere füllen ein Skizzenbuch – ich produziere Karten, die niemand bekommt. Kann man auch machen. 😂

Kennst du das auch?

Sei bitte mal ehrlich (so wie ich 😜). Gibt’s bei dir auch Dinge, die du mit Begeisterung machst und danach eigentlich gar nicht verwendest? Du malst kleine Bilder, die in einer Lade landen. Du bindest Notizbücher, obwohl du dich kaum traust, hineinzuschreiben. Surprise, surprise: Kenne ich auch 😅.

Und vielleicht müssen wir daraus auch gar kein großes Thema machen. Ich werd ziemlich sicher weiterhin Karten gestalten, vermutlich mehr, als ich jemals brauchen werde.

Ob ich deshalb in Zukunft öfter welche verschick?

… ähm. Ich würd mich jetzt lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. 😉

Alles Liebe ♡

Katja Haas PapierLiebe Unterschrift

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