Warum mir Papier bis heute so viel bedeutet
Unlängst habe ich mich gefragt, warum mir Papier eigentlich so viel bedeutet. Und ehrlich gesagt hatte ich keine Antwort auf diese Frage!
Papier ist für mich längst selbstverständlich geworden. Es liegt auf meinem Schreibtisch, begleitet meine Workshops, meine Bücher und fast jedes kreative Projekt. Ich arbeite jeden Tag damit und trotzdem muss ich erst einmal darüber nachdenken, warum ich es eigentlich so liebe.
Papier kann alles werden
Aus einem einfachen Blatt Papier kann eine Grußkarte werden, ein Kunstwerk, ein Buch, eine Geschenkverpackung oder ein handgeschriebener Brief. Ich kann darauf schreiben, zeichnen, drucken, prägen, falten oder sogar neues Papier daraus schöpfen. Kaum ein anderes Material lässt sich auf so viele Arten verwandeln.
Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum mir ständig neue Ideen damit einfallen. Langweilig wurde mir mit Papier jedenfalls noch nie. 😉
Und je länger ich darüber nachdenke, desto schöner finde ich eigentlich auch den Gedanken, dass Papier einmal Teil eines Baumes war. Vielleicht fühlt es sich deshalb für mich so selbstverständlich an, Pflanzen, Blätter und Blumen darauf zu drucken. Es ist fast so, als würde die Natur zu ihren eigenen Wurzeln zurückkehren..
Papier hält Erinnerungen fest
Es bewahrt Erinnerungen, Ideen, Begegnungen und manchmal sogar ein Stück von uns selbst. Manche Blätter werfen wir nach wenigen Minuten wieder weg. Andere begleiten uns ein Leben lang. Ich habe irgendwo noch eine Geburtstagskarte meiner Oma liegen. Ehrlich gesagt hole ich sie nur selten hervor. Aber ich weiß genau, dass sie da ist. Ebenso wie Rezepte, Briefe, Postkarten, Zeugnisse usw. Eigentlich sind das nur Blätter Papier. Und trotzdem würden wir vieles davon niemals freiwillig hergeben.
Papier altert (mit uns)
Es bekommt Knicke, Flecken und vergilbte Ränder. Genau deshalb erzählt es Geschichten. Ein Dokument auf dem Computer sieht nach zwanzig Jahren noch genauso aus wie am ersten Tag. Ein Blatt Papier zeigt, dass es gelebt hat.
Digitale Dateien haben keine Knicke und keine Kaffeeflecken. Dafür liegen sie manchmal in einem Ordner, den man vor fünf Jahren „Neu (3)“ genannt hat und seitdem nie wieder gefunden hat. 😉
Papier dagegen verändert sich mit jedem Jahr. Es bekommt Eselsohren, Knicke, Flecken und vergilbte Ränder. Genau das macht seinen Charme aus. Es zeigt, dass es benutzt, aufgehoben, mitgenommen und geliebt wurde.
Und genau deshalb suchen viele Kreative nach altem Papier.
Nicht weil es alt ist, sondern weil es bereits eine Geschichte mitbringt.
Ich musste gerade an Flohmärkte denken. Wie oft bleibe ich dort an einer alten Schachtel mit Briefen, Notenblättern oder Rechnungsbüchern stehen? Nicht, weil ich den Inhalt lesen möchte, sondern weil mich die Patina fasziniert, die Handschrift, das vergilbte Papier, die Stempel sowie die kleinen Gebrauchsspuren.
Mein Mann weiß inzwischen schon genau, was passiert, wenn ich irgendwo eine Kiste mit alten Büchern oder Notenblättern entdecke. Er geht einfach weiter und lässt mich stöbern. 🤭
Papier sammelt Geschichten.
Und manchmal dürfen wir ihnen eine neue hinzufügen.
Ich drucke mit der Gelplatte darüber. Ich integriere es in eine Collage. Ich schreibe darauf. Ich mache daraus ein Buch. Die alte Geschichte verschwindet dabei gar nicht. Sie bleibt im Hintergrund sichtbar und verbindet sich mit meiner eigenen.
Manchmal kaufe ich alte Bücher sogar mit dem festen Vorsatz, niemals eine einzige Zeile daraus zu lesen.
Irgendwie verrückt, oder? 🫣
Papier und die digitale Welt
Ich arbeite täglich digital. Ohne Computer gäbe es meine Blogartikel, Onlinekurse oder Newsletter wahrscheinlich gar nicht. Trotzdem landet früher oder später wieder ein Blatt Papier vor mir. Vielleicht auch, weil noch kein Blatt Papier auf die Idee gekommen ist, sich einfach in Luft aufzulösen. Das schaffen bis heute nur digitale Dateien. 😉
Papier entschleunigt
Wenn ich schreibe, kann ich nicht einfach auf „Rückgängig“ klicken. Wenn ich mit der Gelplatte drucke, entsteht genau dieser eine Druck. Wenn ich einen Brief schreibe, überlege ich mir meine Worte oft bewusster.
Papier entschleunigt uns fast automatisch.
Warum mich Papier so fasziniert
Als ich mit diesem Artikel begonnen habe, dachte ich, ich würde die Antwort längst kennen. Jetzt glaube ich, dass ich sie erst beim Schreiben gefunden habe und das hier aber auch noch nicht die vollständige Antwort darauf ist …
Jedenfalls ist mir klar geworden, dass ich Papier gar nicht nur wegen des Materials liebe, sondern wegen der Geschichten, der Erinnerungen und all den kleinen Spuren, die darauf ihren Platz finden.
Ich kann dir ehrlicherweise gar nicht mehr genau sagen, wie ich damals auf den Namen PapierLiebe gekommen bin. Irgendwann war er einfach da. So, als hätte er schon immer zu mir gehört.
Heute glaube ich, dass ich die Antwort kenne:
Vielleicht heißt PapierLiebe genau deshalb PapierLiebe. 💛
Jetzt bin ich neugierig: Gibt es bei dir zuhause auch ein Stück Papier, das du niemals wegwerfen würdest? Vielleicht einen Brief, eine Kinderzeichnung, ein Rezept oder einfach eine kleine Notiz, die dich jedes Mal zum Lächeln bringt? Mich würde wirklich interessieren, welche Geschichte dieses Blatt erzählt …
Alles Liebe ♡





