Mini-Zine aus einem Blatt Papier falten

Leporello-Zine falten: Minibuch mit 12 Seiten aus einem Blatt Papier

Ich mag kleine Bücher und Zines ja sowieso sehr gerne.

Dieses hier hat aber eine Besonderheit: Es entsteht aus einem einzigen Blatt Papier und wird durch eine spezielle Faltung zu einem kleinen Leporello mit 12 Seiten.

In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Blatt richtig faltest und einschneidest, damit am Ende die Seiten in der richtigen Reihenfolge liegen. Und weil ich aus meinem Leporello ein richtiges kleines Büchlein machen wollte, bekommt es zum Schluss auch noch einen Umschlag.

Hier siehst du mein fertiges Leporello-Zine einmal von allen Seiten:

Was ist ein Leporello-Zine?

Ein Leporello-Zine ist ein kleines Buch, das aus einem einzigen Blatt Papier gefaltet wird, um eine Zick-Zack-Form zu erzeugen, die an ein Akkordeon oder Leporello erinnert. Es besteht aus einer durchgehenden Papierbahn, die durch wiederholtes Falten in abwechselnder Richtung (Berg- und Tal-Falten) entsteht. Dadurch werden mehrere Seiten geschaffen, ohne dass das Papier geklebt werden muss.

Was bedeutet „Zine“?

Ein Zine, kurz für „Magazine“, ist eine selbst produzierte und unabhängig veröffentlichte Publikation. Meist sind Zines kleinformatige, handgemachte Hefte, die sich durch ihren typischen DIY-Charakter auszeichnen.

Bestimmt kennst du die klassischen 8-seitigen Mini-Zines, die man ganz einfach aus einem A4- oder A3-Blatt falten kann. Hier zeige ich dir aber eine andere Variante: ein Leporello-Zine mit 12 Seiten, das ebenfalls aus nur einem einzigen Blatt Papier entsteht. In meinem Fall sind die einzelnen Seiten quadratisch. Du kannst das Leporello aber genauso gut mit rechteckigen Seiten gestalten.

Bevor du mit dem Falten beginnst

Für dein Leporello brauchst du ein Blatt Papier, das du später in zwölf gleich große Felder unterteilen kannst. Welche Größe du dafür verwendest, bleibt dir überlassen. Mein Leporello besteht aus quadratischen Seiten. Wichtig ist nur, dass dein Ausgangspapier ein Seitenverhältnis von 4:3 hat, zum Beispiel 40 × 30 cm.

Ob du dein Papier vorher bemalst, bedruckst oder einfach weiß lässt und die einzelnen Seiten erst später gestaltest, ist ebenfalls dir überlassen.

Ich habe mein Blatt vor dem Falten mit der Gelplatte bedruckt. Deshalb sieht mein Ausgangsbogen bereits so aus:

Leporello-Zine Minibuch

Wichtig ist für diese Anleitung nur die Einteilung des Blattes. Wie du die einzelnen Flächen gestaltest, kannst du ganz nach deinem Geschmack entscheiden.

Leporello-Zine falten – so wird’s gemacht

Jetzt geht’s ans Falten und Schneiden. Schau dir die folgenden Schritte am besten zuerst einmal komplett an, bevor du zur Schere greifst. Vor allem bei den Schnitten lohnt sich ein zweiter Blick. 😉

Papier vorbereiten und falten:
Schneide das Papier auf die gewünschte Größe zu und falte es in 12 gleichmäßige Quadrate. Wenn du dickeres Papier verwendest, ritze die Faltkanten vorsichtig mit einem Stanleymesser vor, um saubere Kanten zu erhalten – aber Vorsicht: Drücke nicht zu fest und schneide auf keinen Fall durch!

Leporello-Zine Minibuch – Bemaßung

Seiten gestalten:
Falls du die Flächen vorab bedrucken oder beschriften möchtest, achte darauf, die richtige Anordnung der Seiten einzuhalten. Die mittlere Reihe steht beim vollflächigen Gestalten zunächst auf dem Kopf – das ist wichtig, weil sich die Ausrichtung beim späteren Falten zum Endformat richtig ergibt. Warum das so ist, wirst du sehen, wenn wir das Leporello zusammenfalten und alle Seiten in die korrekte Reihenfolge gebracht werden.

Leporello-Zine Minibuch – Textausrichtung

Papier einschneiden:
Nachdem du das Papier gestaltet hast, schneide es an den markierten Stellen ein, um die Faltung für das Leporello vorzubereiten.

Leporello-Zine Minibuch – richtig schneiden

Leporello falten:
Beginne an der oberen linken Ecke und falte das Papier abwechselnd entlang der angegebenen Richtung in Berg- und Talfalten. Achte dabei darauf, die Faltkanten sorgfältig zu ziehen, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen.

Wenn alles richtig gefaltet und eingeschnitten ist, ergibt sich der Verlauf fast von selbst. Die Grafik zeigt dir, in welcher Reihenfolge die zwölf Seiten später durch dein Leporello führen.

Leporello-Zine Minibuch – falten

Aus dem Leporello-Zine wird ein Minibuch

Dein Leporello ist damit eigentlich schon fertig. Ich wollte daraus allerdings ein kleines Buch machen und habe deshalb Vorder- und Rückseite miteinander verklebt und anschließend noch einen Umschlag gestaltet. Natürlich kannst du dein Leporello auch ohne Umschlag lassen. Gerade das ist ja das Schöne an dieser Faltung: Aus demselben Grundprinzip können ganz unterschiedliche kleine Bücher entstehen.

Wie ich dabei vorgegangen bin, zeige ich dir im Video:

Anmerkung zum Video: Der Buchrücken hat eine Breite von ca. 0,5 cm (jaaaaaa, das hatte ich im Video jedesmal falsch gesagt! 🙈)

Ich mag diese Art von Zine besonders gerne, weil aus einem einzigen Blatt Papier tatsächlich ein kleines Buch mit zwölf Seiten entsteht. Und je nachdem, wie du dein Ausgangspapier gestaltest, schaut jedes davon komplett anders aus.

Vielleicht probierst du die Faltung zuerst einmal mit einem ganz normalen Blatt Papier aus. Dann weißt du, wo gefaltet und geschnitten wird, bevor du dich an dein schön gestaltetes Exemplar wagst. Sicher ist sicher. 😉

Viel Freude beim Falten und Gestalten!

Alles Liebe ♡

Katja Haas PapierLiebe Unterschrift

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