Manchmal braucht es offenbar einen kleinen Anstoß, um Dinge wiederzuentdecken, die man eigentlich schon seit Jahren zu Hause hat. 😉
So ging es mir vor Kurzem mit meinem Pilot Parallel Pen. Den besitze ich nämlich schon ziemlich lange. Allerdings hat er die letzten Jahre hauptsächlich in einer Schublade verbracht. Gemeinsam mit einigen anderen Kreativmaterialien, die irgendwann einmal unbedingt bei mir einziehen mussten.
Erst bei unserem Kreativ-Circle im Juni, als sich alles um das Thema Kalligrafie drehte, durfte er wieder einmal ans Tageslicht. Mit Kalligrafie beschäftige ich mich ja schon länger. Wie ich überhaupt dazu gekommen bin und warum mich das Schreiben mit Feder und Tinte so fasziniert, habe ich bereits in meinem Beitrag Meine Reise in die Welt der Kalligrafie erzählt.
Der Parallel Pen war dabei allerdings lange Zeit eher ein stiller Mitbewohner meiner Kreativ-Schublade. Bis er heuer wieder zum Einsatz kam.
Und letzte Woche habe ich mich dann ziemlich spontan zu einem Online-Schriftworkshop bei Simone Rahn über Ars Scribendi angemeldet. Was soll ich sagen? Seither liegt der Parallel Pen wieder griffbereit auf meinem Schreibtisch – und das sogar in zweifacher Ausführung. 😅
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Was ist eigentlich ein Pilot Parallel Pen?
Falls du diesen Stift noch nicht kennst, möchte ich ihn dir kurz vorstellen.
Der Pilot Parallel Pen* ist ein Kalligrafiestift mit einer Breitfeder. Anders als bei einer klassischen Schreibfeder besteht seine Spitze aus zwei parallel angeordneten Metallplatten, zwischen denen die Tinte zur Schreibkante fließt.
Der Parallel Pen funktioniert übrigens ähnlich wie eine Füllfeder und wird mit Tintenpatronen befüllt. Das finde ich persönlich ausgesprochen praktisch, weil du beim Schreiben nicht ständig neue Tinte aufnehmen musst, wie es beispielsweise bei einer klassischen Bandzugfeder der Fall ist.
Was ich an diesem Stift außerdem besonders mag, ist sein gleichmäßiger Tintenfluss. Die Tinte fließt meiner Erfahrung nach wirklich wunderbar und das Schreiben funktioniert dadurch sehr angenehm. Genau deshalb greife ich auch so gerne zum Parallel Pen.
Den Stift gibt es übrigens in unterschiedlichen Federbreiten. Je breiter die Feder, desto ausgeprägter können die Unterschiede zwischen den feinen und breiten Strichen ausfallen.
Falls du dir den Stift genauer anschauen möchtest, findest du ihn hier:
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Ein Parallel Pen kommt selten allein
Obwohl ich schon einen Parallel Pen zu Hause hatte, musste anlässlich des Workshops noch ein zweiter her. Diesmal mit einer breiteren Schreibspitze. Natürlich war das absolut notwendig. 😉 Schließlich möchte man die neu entdeckten Möglichkeiten ja auch ordentlich ausprobieren können.
Das passt übrigens wunderbar zu einer Frage, mit der ich mich schon länger beschäftige: Wie viel Kreativmaterial braucht man eigentlich? Darüber habe ich einen eigenen Blogartikel geschrieben. Und ich fürchte, mein zweiter Parallel Pen ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, wie schwierig die Antwort manchmal sein kann.

Die Schrift Coco: Markant und ausdrucksstark
Im Workshop mit Simone Rahn haben wir uns mit der Schrift „Coco“ beschäftigt – eine kalligrafische Einsteigerschrift, wie sie die Schrift selbst nennt. Jedenfalls eine sehr markante Schrift, die mir auf Anhieb gefallen hat.
Geschrieben haben wir mit dem Pilot Parallel Pen. Grundsätzlich lässt sich diese Schrift aber auch mit anderen Schreibwerkzeugen gestalten, beispielsweise mit einem Automatic Pen, Plakatfedern oder einem Stück Balsaholz. Wichtig ist dabei die breite Schreibkante, mit der die charakteristischen Unterschiede zwischen feinen und breiten Strichen entstehen.
Simone hat uns gezeigt, wie die einzelnen Buchstaben aufgebaut sind und worauf man beim Schreiben achten sollte. Besonders spannend fand ich aber auch, was man mit dem Parallel Pen farblich alles anstellen kann. Denn damit lassen sich sogar wunderschöne Farbverläufe kreieren!
Meine ersten Schriftversuche mit der Coco
Was mir an der Schrift Coco besonders gefällt, ist ihr auffallender Charakter. Die breiten Buchstaben haben eine ganz eigene Wirkung und brauchen eigentlich gar nicht viel Drumherum. Für meine ersten Versuche habe ich mich auf eine einzige Farbe beschränkt.
Hier meine ersten Schriftversuche vom Workshop:


Farbverläufe mit dem Parallel Pen
Noch spannender wird es, wenn man Farbe ins Spiel bringt. Und das kann man mit dem Pilot Parallel Pen richtig cool machen.
Im Workshop hat uns Simone nämlich gezeigt, wie man mit unterschiedlichen Tintenfarben wunderschöne Farbverläufe erzeugen kann. Dabei verändert sich die Farbe während des Schreibens und es entstehen spannende Übergänge, manchmal sogar innerhalb eines einzigen Buchstabens. Das wollte ich natürlich auch gleich selbst ausprobieren!
Besonders schön finde ich, dass man vorher gar nicht so genau weiß, wie sich die Farben beim Schreiben entwickeln und wie lange der Übergang sichtbar bleibt. Jeder Schriftzug sieht dadurch ein bisserl anders aus.
Hier zeige ich dir eines meiner ersten Farbexperimente mit dem Parallel Pen:

Auch diese Karte habe ich mit der Schrift Coco und dem Parallel Pen geschrieben.

Du möchtest die Schrift Coco auch lernen?
Wenn dir diese Schrift genauso gut gefällt wie mir, dann schau unbedingt einmal bei Simone Rahn vorbei. Sie bietet u. a. auch zur Schrift Coco einen eigenen Onlinekurs an, in dem sie genau zeigt, wie die Buchstaben aufgebaut sind und wie du sie selbst schreiben kannst.
→ Hier geht’s zum Onlinekurs von Simone Rahn
Das ist übrigens eine ganz persönliche Empfehlung von mir. Ich habe für diese Erwähnung weder einen Auftrag noch bekomme ich eine Gegenleistung. Mir hat der Workshop einfach Freude gemacht und vielleicht ist die Schrift ja auch etwas für dich.
Mein Parallel Pen bleibt jedenfalls vorerst auf dem Schreibtisch
Ich finde es immer wieder spannend, wie schnell man sich für ein Werkzeug neu begeistern kann, das eigentlich schon seit Jahren im eigenen Fundus liegt. Manchmal braucht es eben nur einen Workshop, eine neue Schrift oder jemanden, der einem zeigt, was damit noch alles möglich ist.
Meine beiden Parallel Pens haben jedenfalls ihren Platz auf dem Schreibtisch zurückerobert. Ob sie dort dauerhaft bleiben oder irgendwann doch wieder in einer Schublade verschwinden, wird sich zeigen. Und ob irgendwann noch eine dritte Federbreite dazukommt? Darüber reden wir lieber ein anderes Mal. 🫣
Alles Liebe ♡






