Wenn Projekte kreativ überlagert werden
Hier herrscht keine Unordnung, es liegen nur überall kreative Ideen herum.
Das Schild hängt in meinem Kreativraum (aka Büro) schon seit Jahren. Und ja, ich mag den Spruch. Trotzdem hadere ich fast täglich mit meinem Schreibtisch. Wer hätte nicht gerne einen Arbeitsplatz, der aussieht wie auf all den schönen Fotos auf Instagram? 🫣

Ich räume meinen Schreibtisch regelmäßig auf. Ehrlich. Nur hält dieser Zustand meistens ungefähr bis zur nächsten Idee.
Und genau da beginnt das eigentliche Problem. Oder vielleicht auch meine Art zu arbeiten. Ich glaube nämlich, mein Schreibtisch ist selten nur ein Schreibtisch.
Da liegt ein Stapel handgeschöpftes Papier, weil ich dazu schon längst einen Blogartikel schreiben wollte. Daneben stehen Pflanzen, die ich noch unbedingt auf der Gelplatte ausprobieren möchte. Irgendwo dazwischen verstecken sich Lettering-Stifte, Druckplatten, Skizzen und Notizzettel. Ach ja, und das Projekt Collagrafie wartet auch noch geduldig auf seinen großen Auftritt. Seit ungefähr zwei Jahren. 😉
Wenn du meinen Arbeitsplatz kennen würdest, wüsstest du: Dinge verschwinden hier nicht. Sie werden nur kreativ überlagert.
Das Verrückte daran ist, dass ich mich trotzdem erstaunlich gut zurechtfinde. Meistens zumindest. Ich weiß ziemlich genau, unter welchem Papierstapel die Gelplatte liegt und in welcher Kiste sich meine Lieblingsfeder versteckt. Frag mich aber bitte nicht, wo mein Bleistift ist. Den suche ich regelmäßig.
Beweisfoto gefällig? Bitteschön. Und nein, ich habe vorher nichts extra fürs Foto verteilt. 😉

Ich arbeite selten nur an einem Projekt. Während ich einen Blogartikel schreibe, fällt mir plötzlich eine Idee für einen Workshop ein. Beim Fotografieren entdecke ich ein Blatt, das ich unbedingt drucken möchte. Und wenn ich dieses Blatt aufhebe, sehe ich nebenbei wieder das nächste Projekt, das eigentlich auch längst fertig sein wollte.
So springt mein Kopf von einer Idee zur nächsten. Ehrlich gesagt wünsche ich mir manchmal, mein Kopf würde einfach nur dieses eine Projekt sehen. Tut er aber nicht.
Und trotzdem entstehen genau so die meisten meiner Ideen.
Natürlich wünsche ich mir mehr Ordnung. Mehr Ruhe. Einen Schreibtisch, den ich fotografieren kann, ohne vorher Papierstapel, Farben und gefühlt tausend andere Dinge aus dem Bild zu schieben.
Denn ja, das mache ich tatsächlich.

Manchmal würde ich auch gerne einen makellosen Kreativraum zeigen. Stattdessen räume ich für ein Foto alles ein Stück zur Seite und hoffe, dass niemand sieht, was sich knapp außerhalb des Bildausschnitts befindet. 😉 Mein Schreibtisch wird wahrscheinlich nie aussehen wie die perfekt gestylten Kreativräume auf Instagram. Und weißt du was? Das ist inzwischen in Ordnung.
Natürlich werde ich auch morgen wieder versuchen aufzuräumen. Wahrscheinlich zumindest. Und wenn der Schreibtisch übermorgen wieder voller Papier, Pflanzen und neuer Ideen ist, dann ist das eben so. Ich habe aufgehört zu glauben, dass ich erst einen perfekten Arbeitsplatz brauche, um gute Ideen zu haben.
Ideen brauchen Platz.
Offenbar manchmal sogar ziemlich viel davon…
Vielleicht sieht dein Schreibtisch ja ähnlich aus wie meiner. Falls ja, dann bist du damit nicht allein.
Alles Liebe ♡

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