Warum mich Farben glücklich machen

Warum mich Farben glücklich machen

Sieh dir doch bitte mal dieses Foto an. 😍

Ich liebe Farben. Das dürfte vermutlich niemanden überraschen, der hier schon ein bisserl länger mitliest. 😉

Trotzdem gibt es manchmal Farbkombinationen, bei denen ich selber kurz stehen bleibe. So wie bei diesem Dahlienstrauß aus meinem Garten. Eigentlich habe ich einfach abgeschnitten, was da war: Dahlien und Herbstanemonen in Rosa, Pink, ein bisserl Apricot, dazwischen das kühle Grün vom Eukalyptus. Fertig. Dann stand der Strauß auf unserem Tisch und ich war verliebt. Und das passiert mir rund ums Jahr immer wieder.

Ich hab den Strauß natürlich fotografiert. Von allen Seiten. Mehrmals natürlich, denn sicher ist sicher. 😜 Und je öfter ich die Fotos angeschaut habe, desto mehr dachte ich mir: Genau diese Farben möchte ich eigentlich aufs Papier bringen.

Und damit war die Idee für diesen Blogbeitrag eigentlich auch schon da, denn Farben begegnen mir überall. Im Garten sowieso, aber auch beim Spazierengehen, auf alten Papieren oder manchmal in einer völlig unspektakulären Ecke, an der vermutlich jeder andere einfach vorbeigehen würde. Und manche Farbkombinationen bleiben bei mir hängen.

Warum sprechen mich manche Farben so sehr an?

Das habe ich mich beim Anblick dieses Straußes tatsächlich gefragt. Denn wenn ich genauer hinschaue, sind es erstaunlich oft genau diese Farben, die mich anziehen: Rosa und Pink sowieso, dazu Apricot und ein eher kühles, zurückhaltendes Blau-Grün.

Und das Lustige daran: So geplant war dieser Strauß überhaupt nicht. Als ich meine Dahlienknollen im Frühjahr gekauft habe, habe ich sie natürlich nach den Bildern auf den Verpackungen ausgesucht. Wie man das halt so macht. Man steht vor ungefähr 247 verschiedenen Dahlien und ist überzeugt, ganz genau zu wissen, was ein paar Monate später im Garten wachsen wird. 😉

Nun ja … was soll ich sagen. Einige meiner Dahlien haben sich offensichtlich nicht besonders für die Bilder auf ihren Verpackungen interessiert. Manche blühen in anderen Farbtönen als erwartet und teilweise sehen sogar die Blütenformen anders aus. Das stört mich aber nicht weiter, denn letztendlich ist jede einzelne Dahlie für sich etwas ganz besonderes.

Wer sich ein bisserl mit Dahlien beschäftigt hat, weiß wahrscheinlich, wie unglaublich viele Sorten es inzwischen gibt. Kleine, riesige, kugelrunde oder wilde Blüten und dazu Farben in allen möglichen Abstufungen.

Und heute, als ich diesen Strauß vor mir stehen hatte, ist mir etwas aufgefallen: Obwohl längst nicht alle Dahlien so geworden sind, wie ich sie ursprünglich gekauft hatte, wachsen in meinem Garten ausgerechnet ziemlich viele von jenen Farben, die mich immer wieder magisch anziehen.

Ist das jetzt einfach nur Zufall? Keine Ahnung.

Vielleicht sehe ich inzwischen auch nur genauer hin und pflücke automatisch jene Blüten, die mir besonders gut gefallen. Vielleicht kombiniere ich sie unbewusst immer wieder ähnlich. Oder ich hatte mit meinen falsch etikettierten Dahlien einfach verdammt viel Glück. 😉

Aber offenbar gibt es eine Farbwelt, in der ich mich ziemlich wohlfühle. Und genau das finde ich spannend. Denn vielleicht haben wir alle solche Farben, zu denen wir immer wieder greifen, ohne dass wir uns jemals bewusst dafür entschieden haben.

Farbinspiration liegt manchmal direkt vor unserer Nase

Farbinspiration kann ein Blumenstrauß sein, eine Hausfassade im Urlaub, das Moos auf einem Stein, eine alte Postkarte oder irgendein Foto am Handy, das man seit drei Jahren nicht löscht, obwohl man gar nicht genau weiß warum.

Und dann kommt die Frage: Wie bekomme ich diese Farben eigentlich aus meinem Foto heraus?

Farbpalette aus Foto erstellen mit Adobe Color

Aus einem Foto wird eine Farbpalette

Ich hab natürlich gleich ausprobiert, aus meinem Dahlienfoto eine Farbpalette zu erstellen. Dafür habe ich Adobe Color verwendet, ein kostenloses Tool, bei dem du einfach ein Foto hochladen und daraus verschiedene Farbpaletten erstellen kannst.

Adobe hat mir gleich verschiedene Farbpaletten vorgeschlagen. Je nach gewählter Farbstimmung sahen die allerdings ziemlich unterschiedlich aus: bunt, hell, abgetönt, tief oder dunkel. Alles dabei, nur keine Palette, die mich so angesprochen hat wie das Foto selbst.

Adobe Color – Farbauszüge automatisch

Spannend, wie unterschiedlich ein und dasselbe Foto plötzlich wirken kann, oder?

Jedenfalls habe ich danach beschlossen, mir die fünf Farben selber aus dem Foto auszusuchen. Und dann saß ich da. Fünf Farben sollte ich auswählen. Nur welche bitte? 😅

Je länger ich die einzelnen Farbpunkte im Foto herumgeschoben habe, desto schwieriger wurde es. Denn plötzlich habe ich gemerkt: Es ist gar nicht dieses eine Rosa, dieses eine Pink oder dieses eine Grün, das mich an diesem Strauß so begeistert.

Eine einzige Dahlienblüte besteht schon aus unzähligen Abstufungen. Manche Blütenblätter sind fast puderrosa, andere kräftig pink. Dazwischen tauchen Apricot, Creme und dunklere Töne auf. Und beim Eukalyptus reicht die Farbpalette von einem kühlen Graugrün bis zu beinahe bläulichen Nuancen. Genau diese vielen Abstufungen machen für mich den Strauß so schön. Und vielleicht spielt sogar der warme Holzton unseres Eichenparketts eine Rolle. Wer weiß das schon so genau … 🤣

Meine fünf Farben habe ich am Ende trotzdem ausgewählt. Aber für mich sind sie eher eine kleine Zusammenfassung als ein exaktes Abbild dieser Farbwelt.

Adobe Color Farbauszüge manuell

Falls du das mit einem deiner eigenen Fotos ausprobierst, mach dir also keinen Stress damit, die fünf „richtigen“ Farben zu finden. Such dir einfach jene heraus, die dich spontan am meisten ansprechen.

Was mache ich jetzt mit meiner Farbpalette?

Bei Adobe Color werden dir zu den einzelnen Farben verschiedene Farbwerte angezeigt. Einer davon ist der sogenannte HEX Code. Das ist im Grunde genommen einfach eine eindeutige Bezeichnung für eine bestimmte Farbe und vor allem dann praktisch, wenn du digital arbeitest.

Für meine fünf Farben bekomme ich also fünf verschiedene Codes, die ich zum Beispiel in einem Grafikprogramm verwenden kann.

Wenn du allerdings mit Aquarellfarben, Acryl oder Buntstiften arbeitest, hilft dir so ein HEX Code erst einmal herzlich wenig. 😉 Schließlich steht auf meinem Farbkasten nirgends „Bitte einmal #F68C26“.

Hier würde ich deshalb gar nicht versuchen, den Farbton möglichst exakt zu treffen. Schau einfach, welche Farben du bereits zu Hause hast und welche deiner Palette möglichst nahekommen.

Vielleicht findest du sogar mehrere Abstufungen derselben Farbe. Umso besser. Denn genau das war ja meine kleine Erkenntnis beim Dahlienstrauß: Die fünf Farben meiner Palette sind nur ein winziger Ausschnitt aus all den Farbtönen, die tatsächlich darin vorkommen.

Und wenn der passende Farbton nicht dabei ist?

Dann kannst du natürlich versuchen, ihn selbst zu mischen. Und dafür braucht es gar keine große Farbenlehre. Zumindest nicht für den Anfang. 😉

Bei Acryl oder Gouache kannst du eine Farbe ganz einfach mit Weiß aufhellen. Aus einem kräftigen Pink wird so nach und nach ein helleres Rosa. Je mehr Weiß du dazugibst, desto heller und meist auch pastelliger wird dein Farbton.

Bei Aquarellfarben funktioniert das ein bisserl anders. Hier brauchst du normalerweise kein Weiß zum Aufhellen. Du verwendest einfach mehr Wasser. Dadurch wird die Farbe transparenter und das weiße Papier scheint stärker durch.

Beim Abdunkeln liegt Schwarz natürlich nahe. Ich wäre damit allerdings vorsichtig. Schon eine kleine Menge Schwarz kann eine Farbe ziemlich stark verändern und schnell stumpf wirken lassen. Probier stattdessen ruhig einmal aus, was passiert, wenn du eine dunklere Farbe dazu mischst. Ein Rosa kannst du zum Beispiel mit einem dunkleren Rot oder einem Hauch Violett verändern. Bei Grün funktioniert je nach gewünschtem Farbton ein dunkleres Grün oder etwas Blau.

Und wirklich nur ein bisserl davon nehmen. Mehr Farbe kannst du jederzeit dazumischen. Wieder herausbekommen wird schwierig. Leider. 😜

Und was mache ich mit Farben, die mir zu knallig sind?

Auch dafür gibt es einen kleinen Trick. Wenn dir ein Farbton zu kräftig vorkommt, kannst du eine winzige Menge seiner Gegenfarbe (Komplementärfarbe) dazu mischen. Im Farbkreis liegen sich diese Farben gegenüber: Rot und Grün zum Beispiel, Blau und Orange oder Gelb und Violett. Dadurch kann ein knalliger Farbton etwas ruhiger und gedeckter werden.

Farben im Farbkreis mit Komplentärfarben

Grafik mit KI-Unterstützung erstellt

Die Betonung liegt allerdings wirklich auf winzig. Sonst wird aus dem wunderschönen Grün, das du eigentlich mischen wolltest, irgendwann ein undefinierbares Braun. Auch eine Farbe. Aber vermutlich gerade nicht die, die du gesucht hast. 😉 Ich probiere solche Mischungen deshalb am liebsten zuerst auf einem kleinen Stück Papier aus. Gerade bei Aquarellfarben lohnt es sich außerdem, die Farbe kurz trocknen zu lassen. Manchmal schaut sie danach nämlich noch einmal ein bisserl anders aus.

Welche Farben ziehen dich eigentlich an?

Hast du auch Farben oder Farbkombinationen, die bei dir immer wieder auftauchen, ohne dass du sie ganz bewusst auswählst? Schnapp dir dafür einfach einmal dein Handy und such dir ein paar Fotos heraus, die du besonders gerne magst. Nicht lange überlegen und bitte auch nicht danach auswählen, ob sie sich besonders gut für eine Farbpalette eignen.

Nimm einfach Bilder, bei denen du beim Anschauen denkst: Ja, das gefällt mir. Lade die Fotos anschließend bei Adobe Color hoch und schau dir an, welche Farben das Programm daraus auswählt. Du kannst die Farbpunkte natürlich auch selbst verschieben und dir deine ganz persönliche Palette zusammenstellen – so wie ich das gemacht habe.

Vielleicht entdeckst du dabei tatsächlich etwas, das sich durch mehrere deiner Fotos zieht. Und vielleicht geht es dir am Ende genauso wie mir und du sitzt vor einem Foto und denkst dir: Fünf Farben? Ernsthaft? Wie soll ich mich denn bitte entscheiden? 😅 Dann such dir einfach jene fünf heraus, die dich spontan am meisten ansprechen. Es gibt dabei keine fünf „richtigen“ Farben.

Meine fünf Dahlienfarben sind jedenfalls nur der Anfang

Warum mich ausgerechnet Rosa, Pink, Apricot und diese kühlen Grüntöne immer wieder so anziehen, weiß ich übrigens noch immer nicht. Und ich weiß auch nicht, ob es tatsächlich Zufall ist, dass inzwischen ziemlich genau solche Dahlien in meinem Garten wachsen, obwohl manche davon laut Verpackung eigentlich ganz anders aussehen sollten. Vielleicht finde ich das irgendwann noch heraus. Bis dahin freue ich mich einfach über jeden Strauß, den ich aus dem Garten hereintrage und bei dem ich kurz stehen bleibe, weil die Farben wieder einmal so schön sind!

Und natürlich werde ich ihn fotografieren – von allen Seiten. Mehrmals, denn sicher ist sicher. 😜

Alles Liebe ♡

Katja Haas PapierLiebe Unterschrift

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